Rezensionen zu Ausgabe 2

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“VISIONARIUM 2: Illusion und Wirklichkeit”

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Alexander Dolezal auf Kultplatz.net:

Wie schon die im Jänner dieses Jahres erschienene erste Ausgabe des Visionariums, weiß auch die Nummer 2 des handlichen, absinthgrünen Paperback-Magazins vollinhaltlich zu überzeugen.

Den Machern ist sogar ein bemerkenswerter Coup gelungen – sie haben eine exklusive Story von Gord Rollo! Das erscheint mir doch bemerkenswert – im übrigen eine exzellente Geschichte!

Die Reportage über die Reise durch Transsilvanien bietet einige “wtf” Momente und ist eine ziemlich unterhaltsame Angelegenheit, vor allem auch durch die abschließende Anmerkung zur TV-Ausstrahlung.

Die Story von Edie Calie bietet viel Lokalkolorit und ist eine sehr schöne, perfekt dem Thema dieser Ausgabe, Illusion und Wirklichkeit, angepasste, unheimliche Geschichte, die überzeugt und befriedigt.

Melchior von Wahnstein – was für ein gallig bösartiges Ende der dritten Story dieses Bandes. Hat mich kalt erwischt. Ich bin entzückt. Auch hier, überzeugende Geschichte, sehr authentisch erscheinend.

Die Begegnung mit Franz Rottensteiner – erheiternd in ihrer wienerisch-übellaunigen Grundstimmung, gefällig und mit viel Zuneigung verfasst. Desillusionierend, melancholisch, mit Witz geschrieben. Ein wenig kurz, aber ein größerer Umfang hätte das Format gesprengt.

Um die True Detective Erforschung habe ich einen Bogen gemacht. Aus einem einzigen Grund – ich habe die 1. Staffel noch nicht gesehen und die Analysen des Fachmanns führe ich mir erst zu Gemüte, nachdem ich mir den Wahnsinn unbefangen angesehen habe.

Die Illustrationen begleiten auch diesmal wieder stimmig und treffend die Geschichten. Die optische aufwändige Gestaltung der Print-Version steht der ersten Ausgabe in keinster Weise nach und sorgt für zusätzliche Wertigkeit.

Hut ab vor dem VISIONARIUM, das mit unverkennbarer Liebe, Begeisterung und Konsequenz seine zweite schöne Ausgabe vorlegt. Ich wünsche den Machern, dass die Arbeit irgendwann belohnt wird und ich wünsche uns – eigentlich ganz egoistisch mir – noch viele, viele Ausgaben VISIONARIUM in dieser Qualität.

Kurz gesagt:

  • inhaltlich exzellent
  • gestalterisch ausgezeichnet
  • qualitativ herausragend

Fazit: Es lebe die innovative Energie der kleinen Verlage und ihrer Macher!

Der Vergleich macht sicher: die einheitliche Gestaltung von Nr. 1 und Nr. 2 – die gleichwertig liebevolle Gestaltung des Innenlebens ist nur in der Printausgabe zu erfahren.

 

Fixplatz *****

Auch das zweite Visionarium war in Null Komma Nichts ausgelesen.  Ich würde mir zwar zwei Dinge wünschen – ein Interview (und zwar ein ähnlich tolles wie jenes mit Andreas Gruber in Band 1) und durchaus mehr “Kleinkram”-Info zum Thema – aber im Großen und Ganzen kam ich wieder voll auf meine Rechnung. Wenn die Jungs jetzt die Taktfrequenz halten und das Ding einigermaßen regelmäßig rausbringen, ist fürs Visionarium ein Fach im Bücherregal reserviert.

 

At the Lake of Madness ****

Und wieder beschert mir das erfolgreiche Team aus Dr. Nachtstrom, Bernhard Reicher, Jörg Vogeltanz und Juliane Ehgartner eine weitere Erstauflage der VISIONARIUM-Reihe (Ich liebe Erstauflagen !!!). Der bunte Mix aus Storys (diesmal mit Gord Rollo, Edie Calie und Melchior v.: Wahnstein), Portrait, Rezension und Reportage läßt freudige Erwartung aufkommen. Raus aus meiner geistigen engen Zelle und rein in das wilde Vergnügen auf österreichischen Bergen oder in die nächtlichen Begebenheiten in Transsilvanien.
Besonders “At the Lake of Madness” hat es mir angetan. Hier scheint mehr durch, als eine Kurzgeschichte: eine sympathische persönliche Note!! Es beginnt mit konservativen Spießigkeiten wie viertägigen Wanderurlaub incl. “Beziehungsspielchen”, führt über grotesken Rundgang durch einen vergessenen Ort zur Entdeckung einer verlassenen Heilanstalt, in die unsere Hauptakteure am liebsten gleich einziehen würden. Die letzte Nacht wird von einem “Nackt-Halbmarathon” geträumt und tags darauf nimmt das “Verirren” auf dem Gipfel seinen Lauf.
Zuviel möchte ich hier nicht mehr verraten, doch eines petze ich doch: Den als “Alice” beschriebenen Charakter gibt es in Fleisch & Blut und ist noch recht kreativ & lebendig. Biographische Züge in dieser Geschichte hat er bei unserem letzten Treffen allerdings weit von sich gewiesen 😉
Der interessierte Leser sei für zukünftige Bergtouren jedoch trotzdem vorgewarnt. Abzweigungen können manchmal zu einem bösen Erwachen führen.

 

Rundumsorglospaket für Phantastikfans! *****

Das Magazin „VISIONARIUM“ geht in die zweite Runde und mit „Illusion und Wirklichkeit“ bekommt der geneigte Fan des abseitigen Lesevergnügens, eine ganz neue Welt vorgestellt. Nicht nur die Geschichten sind unwirklicher, nein auch die begleitenden Texte schlagen einen ganz anderen Weg ein und entführen den Konsument in die Welt der Phantastik. Aber kann auch Ausgabe 2 überzeugen, oder sind hier schon erste Abnutzungserscheinungen zu erkennen?

Den Anfang macht diesmal die Geschichte von Gord Rollo, über einen Jungen, der im Koma liegt und der durch die Hilfe einer alten Dame das Beste aus der misslichen Lage macht. Die zweite und vielleicht sogar das Highlight der zweiten Ausgabe, stellt die der jungen Autorin Edie Calie dar. In ihrer Geschichte „At the Lake of Madness“, für welche sicherlich das ein oder andere Werk von H.P. Lovecraft, als Inspirationsquelle gedient hat, verschlägt es ein Pärchen an einen Ort, der von jeglichem Licht und Glück verlassen zu sein scheint und in welchem das Grauen bereits auf die Unglücklichen wartet! Der dritte im Bunde ist Melchior von Wahnstein, welcher bereits für die OMEN Bücher (Review) verantwortlich war. Er erzählt die Geschichte eines Mediums, welcher einen Weg geht, den sie besser nie gewählt hätte. Darüber hinaus wird Franz Rottensteiner, der kreative Kopf hinter der lila Reihe aus dem Hause Suhrkamp, zu einem Interview geladen. Zudem wird die US Serie True Detective genauer unter die Lupe genommen. Abgerundet wird die zweite Ausgabe von einem außergewöhnlichen und angsterregenden Bericht aus den Wäldern von Transsylvanien, welchen Chefredakteur Bernhard Reicher am eigenen Leib erfahren durfte/musste.

So viel Mal zum Inhalt der zweiten VISIONARIUM Ausgabe. Persönlich gesehen muss ich ganz klar sagen, dass die Geschichten und auch die weiteren Texte sogar noch den guten Eindruck der ersten Ausgabe übertreffen können. Mein Highlight war dabei die Geschichte von Edie Calie, in welcher man sich als Lovecraft Fan sofort heimisch fühlt. Sie schafft es dabei eine ungemein dichte Atmosphäre zu kreieren, welche in einem Ende gipfelt, das fast schon Parallelen zu „Schatten über Innsmouth“ darstellt und die innere Zerrissenheit der Hauptperson aufzeigt.

Aber auch die anderen beiden Geschichten können überzeugen. Gord Rollos Ausflug in die komatöse Welt eines kleinen Jungen, beginnt recht unbeschwert, schafft es dadurch aber das Gespür für das Außergewöhnliche beim Leser zu wecken und ihn so unaufhaltsam in diese Welt mitzunehmen. Zudem wird gleichzeitig auch noch das Leben in der „normalen“ Welt beschrieben und so erfährt man mit jeder Seite etwas mehr, über die wahren Hintergründe des Unfalles, die den Jungen in diese Lage gebracht haben.

Melchior von Wahnsteins Geschichte über das Medium kritisiert zunächst die Mediengeilheit der Menschheit und zeigt auf, wozu genau dieser Wahn nach Entertainment andere Menschen treiben kann. Die Story an sich ist dabei ein wenig vorhersehbar, dennoch schafft es von Wahnstein in seiner Erzählung die eine oder andere Wendung einzubauen, die den Leser, dann auf jeden Fall sprachlos und auch ein wenig angewidert zurück lassen wird.

Die drei enthaltenen Berichte sind wieder absolut lesenswert geraten. Die analytische Interpretation der US Serie True Detective, zeigt zum einen auf, welche kleinen Anspielung in dieser zu finden sind und zudem bekommt man direkt Lust sich in diese Welt zu stürzen, um sie mit Haut und Haar zu verschlingen. Auch das Interview mit Franz Rottensteiner, geschrieben von Dr. Nachtstrom weiß zu gefallen und bringt einige Einblicke in die Arbeit eines Herausgebers.

Bernhard Reichers Erfahrungen in Transsylvanien runden die zweite Ausgabe dann hervorragend ab. Diese Schilderungen zeigen dann, dass das Grauen gar nicht so weit von uns entfernt ist. Denn wer kennt es nicht, wenn er allein in einem dunklen Wald ist und plötzlich die merkwürdigsten Geräusche hört. Wenn man sich dann auch noch vorstellt, dass dies im Land von Dracula geschieht, dann weiß man, wie es einem beim Lesen der Zeilen ergeht. Zudem bekommt man einen wunderschönen Einblick in die Kultur Rumäniens und deren Folklore.

Fazit: Auch die zweite Ausgabe von VISIONARIUM kann wieder auf ganzer Linie überzeugen. Die Geschichten begeistern und die Berichte sind sehr informativ, sowie spannend geschrieben. Ich kann nur jedem Fan der Phantastik empfehlen sich dieses Werk zuzulegen und so, auf den einen oder anderen unbekannten Autor zu stoßen. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

120 Seiten lesenswerter Stoff *****

In Ausgabe 2 bekommt der geneigte Fan auf wiederum 120 Seiten ein breites Spektrum an lesenswertem Stoff geboten, diesmal unter dem Motto “Illusion und Wirklichkeit”, wobei das hohe Niveau des Vorgängers locker gehalten wird. Vorneweg ein paar Worte zu den Kurzgeschichten.

“Verloren im Papierblumenfeld” von Gord Rollo: Ein kleiner, haßerfüllter Junge im Koma, angetrieben vom Wunsch, ins Leben zurückzukehren. Doch um das zu schaffen, muß er große Qualen auf sich nehmen. Schöne Geschichte, die auf zwei Ebenen spielt und mit einer garstig-genialen Pointe ausklingt.

“At the Lake of Madness” von Edie Calie: Die Berge rund um Bad Gastein. Diese Idylle hat sich ein Pärchen für einen kleinen Wanderurlaub ausgesucht. Ziel sind zwei abgelegene Seen. Doch das Grauen, mit dem sie dort konfrontiert werden, übersteigt ihre schlimmsten Alpträume. Mein absoluter Favorit dieser Ausgabe. Eine großartige, packende und gänsehautverursachende Story im Geiste Lovecrafts, die den altmodischen Schrecken gekonnt in die idyllische Alpenlandschaft Österreichs überträgt. Schaurig schön.

“Das Medium” von Melchior v.·. Wahnstein: Die letzte Hoffnung für die verzweifelten Eltern eines entführten Mädchens ist ein bekanntes Medium, das einen Dämon beschwört, um den Aufenthaltsort der Kleinen zu eruieren. Das Spektakel wird live im Privatfernsehen übertragen. Die schwächste Geschichte dieser Ausgabe, aber immer noch richtig gut. Flüssig geschrieben, mysteriös, abgründig, gespickt mit perversen Einfällen und einigen Twists.

Ebenfalls mit am Start: Ein Kurzbericht über eine Begegnung mit Franz Rottensteiner (ihm verdanken wir u. a. die kultige violette Phantastik-Reihe beim Suhrkamp-Verlag), ein Artikel über die philosophischen Hintergründe der TV-Serie “True Detective”, eine Reportage über einen Ausflug ins auch heute noch unheimliche Transsilvanien sowie eine Vorstellung aller am Magazin beteiligten Menschen. Somit weiß auch die # 2 dieser Magazinreihe in allen Belangen zu überzeugen.

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