Rezensionen zu Ausgabe 3

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“VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch”

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Richtig stark *****

Mit “Zauber und Fluch”, dem dritten Band der Visionarium-Reihe ist den Schöpfern Bernhard Reicher und Doc Nachtstrom wirklich etwas Großartiges gelungen. Damit da keine falschen romantischen Hoffnungen aufkommen es könnte sich um Prinzessinnen-Fantasy handeln, steigt das Heft gleich mit Graham Masterton ein. Die Geschichte vom Mädchen, das sich die Augen seiner Umgebung angelt, ließ mich kaum einschlafen.
In dieser Tonart ging es weiter, düster und bedrohlich.
Sehr fein diesmal die London-Expertise von Reicher selbst. Da finden sich neben netten Anekdoten vor allem zahlreiche wirklich interessante Buchtipps.
Unter den Interviews stach besonders jenes mit Karlheinz Schlögl, Geschäftsführer des Golkonda-Verlags, hervor.
Überhaupt wird es zunehmend zur Stärke des Hefts, dass man nicht nur Geschichten serviert bekommt, sondern auch mit Infos zur Branche gefüttert wird. Ganz abgesehen von der feinen optischen Auflösung (diesmal gestärkt durch Illustrationen von Benny Pamp, Jörg Vogeltanz und Martin Amschl), die aus der Visionarium-Reihe schon eine nette Sammlung im Regal macht.

Für Anhänger des Grusel-Genres sehr zu empfehlen! *****

Gruselig, spannend. Man wird regelrecht in Text hereingezogen. Sehr guter Sprachstil, besonders Karin Elisabeth. Dass die Geschichte Im Sprachstil der 1910er Jahre geschrieben ist gefällt mir. Tolle Redewendungen!

Großartiger, wilder Mix aus Fantastik, Interview & Essay *****

“Visionarium” legt die eigene Latte immer höher und springt bereits zum dritten Mal lässig drüber. Schon die ersten beiden Ausgaben waren ein wilder Mix aus fantastischen Kurzgeschichten, abseitigen Genretips, sowie Essays und Reportagen zu okkulten Themen – und gerade diese Mischung aus realer (?) und irrealer Fantastik machen den morbiden Reiz dieses österreichischen Literaturmagazins aus. Auch wenn anfangs das Lektorat hin und wieder noch etwas strenger hätte sein können, spürt man die leidenschaftliche Begeisterung des Teams um Dr. Nachtstrom und Bernhard Reicher für ihre Themen auf jeder Seite – und diese Lust ist hochansteckend! 🙂
Mit “Visionarium 3: Zauber und Fluch” haben sie nun die bisher beste Ausgabe abgeliefert. Die exklusive Erstveröffentlichung von Graham Mastertons Kurzgeschichte “Betrachter”, von Bernhard Reicher treffend ins Deutsche übersetzt, macht nur den Anfang. Weiter geht’s mit einem Ausflug ins Genre des expressionistischen Horrorfilms der Zwanziger Jahre, zwei brilliant und beklemmend erzählten Geschichten von Karin Elisabeth und Philipp Schaab, sowie einer Tour de force durch das magische London in Buch & Comic, die vor guten Lesetips schier aus allen Nähten platzt.
Fazit: Wer Fantastik liebt, kommt an “Visionarium” nicht vorbei. Lesen!

wenn ich nur aufhören könnt … *****

grenzgeniale Stories, die in andere Welten entführen
unterschiedliche Schreibstile, unterschiedliche Themen
und dennoch so zusammen gehörend, alles einend

auch der dritte Teil macht mich “Dragee Keksi”-mäßig süchtig nach den nächsten Ausgaben
die Zwischenzeit wurde mit “Abyssos – Geschichten aus dem Abgrund” bisher überbrückt,
frau harrt sehnsüchtig auf den Dezember und die nächste Sinderausgabe …

weiter so!

und last but not least,
um nicht zu sagen, sogar ganz im Gegenteil, eines der High Lights jeder Ausgabe sind die vielen Literaturtipps und Querverweise
dann wird sofort die Post proaktiv subventioniert und neue Welten, aka Bücher, werden herangekarrt

ja wie gesagt: wenn ich nur aufhören könnt ….

Die dritte Auskopplung und immer noch ein Highlight im Genre *****

Das Konglomerat an fantastischen Geschichten geht in die dritte Runde. Mit VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch bescheren Bernhard Reicher und Dr. Nachtstrom der geneigten Leserschaft die nunmehr dritte Ausgabe ihrer Reihe rund um alles was sich mit der Fantastik und dem Übernatürlichen beschäftigt. Doch treten langsam Ermüdungserscheinungen auf? Oder kann auch die dritte Auskopplung überzeugen?

Eine bisher unveröffentlichte Kurzgeschichte von Graham Masterton ist dabei nur der Auftakt. Gefolgt von einer äußerst verstörenden Erzählung aus der Feder von Karin Elisabeth, die es in sich hat. Abgerundet wird das Geschichtstrio von Philipp Schaab, welcher die Leser in eine Welt entführt, die schon fast aus der Feder von Lovecraft stammen könnte. Zwischen den einzelnen Erzählungen gibt es ein sehr schönes Special zu dem Golkonda Verlag, sowie einen Bericht über den Stummfilm „Orlac’s Hände“ und dessen Restaurierung durch das Film Archiv Austria. Abgerundet wird die dritte VISIONARIUM Ausgabe von einem Streifzug durch das literarische London.

Auch VISIONARIUM 3 bietet wieder denselben hohen Level an ausgefallener Fantastik Kost und bleibt sich dabei gewohnt treu. Die erste Kurzgeschichte aus der Feder von Graham Masterton ist dabei sicherlich das erzählerische Highlight. Ohne bereits zu viel zu verraten, geht es hierbei um ein kleines Mädchen, welches durch seine Mutter von der Öffentlichkeit abgeschottet wird. Der Grund dafür wird nicht genannt und so spinnt sich das Mädchen ihre ganz eigene Erklärung, wodurch sie das wahrhaft Böse weckt. Masterton zieht einen mit seiner Erzählung förmlich in einen Bann aus dem es erst mit dem Ende eine Erlösung gibt.

Karin Elizabeth’s Story über ein Wechselbalg versetzt den Leser in eine Welt aus Krieg und Angst, in welcher die Stellung der Frau noch eine ganz andere war. Der Horror kommt dabei viel mehr durch das Unbewusste und Unbekannte. Alles in dieser Geschichte wirkt weniger greifbar, dafür aber gleichzeitig furchteinflößend. Philipp Schaab hingegen kreiert eine Welt, die so unwirklich und schauerhaft ist, dass sie fast wie ein Abbild von Lovecrafts Dagon Erzählung erscheint. Zunächst verschafft er dem Leser dabei einen Grad an Sicherheit und Zuversicht, nur um ihn dann mit jeder weiteren Seite tiefer hinab zu nehmen. Das Grauen in der Tiefe des Meeres wird von ihm dabei nie zu überzogen dargestellt, sodass es einfach Spaß macht immer weiter „einzutauchen“.

Für Filmfans gibt es diesmal eine sehr interessante Analyse von Robert Wiene’s Stummfilm Klassiker „Orlac’s Hände“ und über dessen neu erschienene DVD Auflage. Man bekommt eine sehr schöne Interpretation geliefert, die eigentlich nur auf eins Lust macht: Sich diesen Film umgehend anzusehen. Das Interview mit dem Verleger des Golkonda Verlages dürfte besonders Sci-Fi Fans interessieren. Sicherlich haben einige vorher noch nie von diesem neuen Verlag gehört, sodass es auf jeden Fall interessant ist zu lesen, was die Leserschaft hier erwartet.

Abgerundet wird VISIONARIUM 3 von einem Rundblick über das übernatürliche London durch Bernhard Reicher. Da ich selbst London absolut grandios finde, habe ich mir dank diesem Bericht unzählige neue Bücher auf die Wunschliste gesetzt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele Romane sich mit der unheimlichen Seite dieser Stadt befassen und sich dabei eben nicht nur auf Sherlock Holmes beziehen.

Fazit: Auch die dritte Ausgabe von VISIONARIUM bleibt sich seiner Linie treu und kann mit tollen Kurzgeschichten, sowie fundierten und äußerst interessanten Berichten glänzen. Wem die ersten beiden Teile schon gefallen haben, der besitzt Teil 3 eh schon alle anderen sollten sich diese Bücher definitiv auf die Liste schreiben, denn hier hat die Fanatastik ein neues zu Hause gefunden!

Aller guten Dinge sind nicht 3, sondern hoffentlich mehr… *****

Das anspruchsvolle Magazin aus Österreich (diesmal 150 Seiten stark) geht in die dritte Runde und legt gleich nach dem wie immer hochcharmanten Vorwort mit einer immens verstörenden Geschichte von Graham Masterton los, die keine Gefangenen macht. Eine weltweite Erstveröffentlichung übrigens!

“Betrachter” von Graham Masterton: Ihr kennt bestimmt alle den Spruch “Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters”. Nun, was passieren kann, wenn man diese Worte falsch auffaßt, wird in dieser schonungslosen Short-Story geschildert, die mit zum Grausigsten zählt, was ich je gelesen habe. Und doch entwickelt sie einen perversen hypnotischen Sog, so daß man einfach weiterlesen muß! Nur für starke Nerven und robuste Mägen geeignet.

“Der Wechselbalg” von Karin Elisabeth: Eine junge Frau. Eine verbotene Liebe. Eine Totgeburt. Eine zweite Chance. Karin Elisabeth führt uns in ihrer Geschichte etwa 100 Jahre in die Vergangenheit nach Prag; auch stilistisch und sprachlich ist “Der Wechselbalg” wunderbar altmodisch. Wer dem ablehnend gegenübersteht, dem sei gesagt, daß die so packende wie glaubwürdige Schilderung des tragischen Geschehens einfach mitreißt.

“Meine Hoffnung” von Philipp Schaab: Ein junger Mann trifft am Nebelsee ein bezauberndes Mädchen, dem er sofort verfällt. Doch mit dem ersten Kuß wird sich alles ändern. “Meine Hoffnung” ist das literarische Äquivalent von einem filmischen Mood Piece. Eine unglaublich melancholische Stimmung zieht sich durch diese außergewöhnliche Reise, wo die Hoffnung zuletzt stirbt. Egal, worauf man schlußendlich hofft.

Eine Kurzrezension des Stummfilmes “Orlac’s Hände” (1925), gekoppelt mit einem Interview des Mitherausgebers Thomas Ballhausen, ein Gespräch mit Karlheinz Schlögl über den Golkonda-Verlag sowie ein Bericht über London in Fantasy-Romanen (inkl. einem Interview mit Mike Shevdon) runden diese gelungene Ausgabe ab.

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